Kinderkonferenz 2003
Mittwoch, 28. Mai 2003: Frisch gewagt ist halb gewonnen!
Erster Konferenztag mit Seniorinnen und Senioren
Ein bisschen kribbelig ist er immer: Der Moment, in dem die Züge aus allen Richtungen am Konferenzort eintreffen! Werden alle gut ankommen? Sind sie motiviert und guter Laune? Wird es ihnen gefallen? Diesmal erwartete das Leitungsteam die ankommenden Kinder am Bahnhof Rotkreuz gleich neben dem Zentrum Dorfmatt, welches der Konferenz für 4 Tage zur Verfügung stand.
Der Nachmittag stand im Zeichen der Begegnung mit eingeladenen Seniorinnen und Senioren. Je eine eindrückliche Klagemauer (beschriftete Blätter zu einer Mauer geklebt) der Kinder und der 15 Pensionierten aus der Innerschweiz und aus Moutier wurde zusammengesetzt . Die Gegenüberstellung ergab dann in den Gruppen interessante, engagierte und verständnisvolle Diskussionen und Lösungsansätze. Als besonders wichtig erachteten Jung wie Alt den Dialog, keine Verallgemeinerungen und gegenseitigen Respekt. Wären die Begegnungen immer so von Offenheit und Humor geprägt, gäbe es kaum Reibereien zwischen den Generationen.
Der Dorf-OL nach dem Zvieri machte die 9-15-Jährigen mit Rotkreuz/Risch bekannt und gruppenweise mussten knifflige Fragen gelöst werden.
Donnerstag, 29. Mai 2003 : Jetzt gilt es ernst!
Konkrete Ideen für den Wohnort Kinder des gleichen Wohnortes oder der selben Region brüteten den ganzen Morgen über einer konkreten Aktion, welche sie in ihrer Gemeinde durchführen möchten. Das Ganze musste gut durchdacht werden: Wer hilft uns bei der Umsetzung? wie sprechen wir die Leute an? usw. Die vielseitig gestalteten Projektplakate sollen einerseits als Erinnerung dienen und bildeten auch einen Teil der öffentlichen Präsentation am Schlusstag.
Wie seht ihr euch in 50 Jahren? Was für ein Leben führt ihr dann? Diesen Fragen beantworteten die kids mit Rollenspielen und kleinen Sketches am Nachmittag. Dass sie sich so aktiv, unternehmungslustig und interessiert sehen, wie viele Seniorinnen und Senioren heute sind, mag wenig erstaunen.
Trotz dichter werdenden Wolken wagte eine grosse Gruppe vor dem Nachtessen den Sprung ins Becken des nahen Freibades, bestiegen andere den 30m hohen Erlebnisbaum oder massen sich im Ping-Pong-Spiel auf dem Schulhausplatz.
Freitag, 30. Mai 2003: Kinder als Expertinnen und Experten
Antworten auf Fragen aus dem Bundeshaus und dem Zuger Regierungsrat
Stellvertretend für die 11 Fragen der Politikerinnen und Politiker hier eine der Fragen aus dem Zuger Regierungsrat: Wenn ihr 1000 Kinder an ein ganz besonderes Kinderfest im Kanton Zug einladen könntet, welche Kinder aus welchen Ländern und aus welchen Gründen würdet ihr einladen?
Auf einem Plakat mit einem runden Tisch illustrierte die Gruppe die Einladung an folgende Kinder aus der ganzen Welt:
- Kinder aus dem Irak und aus andern Kriegsgebieten, damit sie ein wenig Erholung finden und aus Interesse an ihrer Situation.
- Kinder aus Ländern mit einer Diktatur, weil und deren Lebensalltag interessiert
- Obdachlose Kinder aus der Schweiz, weil es ihnen schlecht geht
- Russische Kinder, weil sie in Armut leben und so etwas Schönes erleben
- Deutsche Kinder, um mit ihnen Fussball zu spielen
- Deutschsprachige Kinder, weil mit diesen die Kommunikation einfach geht.
- Indianer- und Aborigineskinder aus Interesse an deren Kultur und heutigen Lebensweise.
- Kinder aus Afrika, aus Interesse an deren Kultur und heutigen Lebensweise
- Unsere Freunde und Kolleginnen und Kollegen, um mit ihnen Spass zu haben.
- Dolmetscher oder zweisprachige Kinder, um in die verschiedenen Sprachen übersetzen zu lassen.
Ob der Kanton Zug wohl ein solches Fest einmal in Angriff nehmen wird? Nach der Hauptprobe für die Präsentation am Samstag genoss die ganze Kinderkonferenz einen gemütlichen Abend (inkl. Freiluftznacht) auf einem Abenteuerspielplatz am See in Zug.
Samstag, 31. Mai 2003 : Viel Publikum, viele Attraktionen, viel Sonne und Wärme
Öffentliche Präsentation und Kinderlobby-Geburtstag Viele wollten sich ein persönliches Bild machen, von dem, was in den Konferenztagen erarbeitet wurden. Sie wurden nicht enttäuscht: Ein bunter Strauss von witzigen Dialogen, farbenfrohen Plakaten, ernsthaften Überlegungen, lebendigen Theatereinlagen und kritischen Anmerkungen wurde dargeboten. Dazwischen die Rede des Präsidenten Felix Wettstein und am Schluss die Grussbotschaft der gastgebenden Gemeindepräsidentin Maria Wyss. Presse und Radio berichtete ausführlich über die Kinderkonferenztage 2003 und trug damit die Botschaften ins ganze Land, wo sie hoffentlich auch gehört werden.
Die Konferenz wurde namhaft unterstützt von: EDI, Bundesamt für Kultur (BAK), Gemeinde Rotkreuz und Kanton Zug
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